Feuerwehr Bishausen absolviert abwechslungsreiche Zwei-Tagesübung
Ein ganzes Wochenende im Zeichen von Ausbildung, Zusammenarbeit und Kameradschaft: Vom 22. auf den 23. August führten wir von der Freiwilligen Feuerwehr Bishausen unsere Zwei-Tagesübung durch. Zwei anspruchsvolle Einsatzszenarien, die Zusammenarbeit mit unseren befreundeten Ortsfeuerwehren aus Bühle und Sudershausen und natürlich auch jede Menge gemeinsamer Zeit machten das Wochenende zu einer rundum gelungenen Veranstaltung.
Unser Quartier hatten wir dafür am Grillplatz in Bishausen aufgeschlagen. Hier sollte nicht nur zwischen den Übungen gegessen und gemeinsam Zeit verbracht, sondern später auch übernachtet werden. Lange Zeit, sich dort einzurichten, blieb zunächst allerdings nicht.
Schwerer Verkehrsunfall mit zwei PKW und einem Trecker
Um 10:20 Uhr erfolgte die erste Alarmierung:
„Eingeklemmt PKW, Bishausen Richtung Bühle – PKW gegen Trecker“

Auf einer landwirtschaftlichen Straße zwischen Bishausen und Bühle erwartete uns in einer Kurve ein anspruchsvoll vorbereitetes Unfallszenario: Zwei PKW und ein landwirtschaftlicher Trecker waren in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt.
Bereits rund fünf Minuten nach der Alarmierung waren die Ortsfeuerwehren Bishausen und Bühle vor Ort. Die Unfallstelle wurde abgesichert, die Lage erkundet und unmittelbar mit der Rettung der betroffenen Personen begonnen.
Der Fahrer des Treckers stand unter Schock, war augenscheinlich jedoch unverletzt. Trotzdem wurde auch er zur weiteren Betreuung an die eingesetzten „Rettungssanitäter“ übergeben.



Parallel konzentrierten sich unsere Einsatzkräfte auf die beiden in den Fahrzeugen eingeschlossenen Personen. Nach dem Sichern und Unterbauen des ersten Fahrzeugs kamen hydraulische Rettungsgeräte wie Schere und Spreizer zum Einsatz.
Bereits 17 Minuten nach der Alarmierung konnte das erste Unfallopfer aus seinem Fahrzeug befreit und dem Rettungsdienst übergeben werden.
Die Rettung der zweiten Person gestaltete sich deutlich aufwendiger. Ihre Füße waren im Fahrzeug eingeklemmt, sodass neben der hydraulischen Rettungsschere unter anderem auch ein Rettungszylinder eingesetzt werden musste. Nach rund 40 Minuten war schließlich auch diese Person befreit und konnte an den Rettungsdienst übergeben werden.



Nachdem alle Verletzten versorgt waren, wurden die beteiligten Fahrzeuge an den Straßenrand verbracht und die Fahrbahn gereinigt.
Anschließend trafen wir uns gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden aus Bühle im Feuerwehrhaus Bishausen zur Einsatznachbesprechung. Dabei wurden Vorgehensweise, Zusammenarbeit und mögliche Verbesserungen offen besprochen. Das gemeinsame Fazit fiel sehr positiv aus: Bis auf einige Kleinigkeiten hatte die Zusammenarbeit gut funktioniert und das Übungsziel war erreicht.
Kaum war der Grill an, ertönte wieder die Sirene
Zurück am Grillplatz gab es erst einmal eine wohlverdiente Stärkung. Würstchen kamen auf den Grill, die ersten Spiele wurden begonnen und für einen Moment stand die Kameradschaft im Mittelpunkt.

Doch um 15:04 Uhr war es mit der Ruhe vorbei: Die Bishäuser Sirene ertönte.
Diesmal lautete das Szenario:
„Zimmerbrand, Bevertalstraße – Obergeschoss, Person noch im Gebäude“
Neben unserer Ortsfeuerwehr wurde die Feuerwehr Sudershausen alarmiert. Sie unterstützte unter anderem mit dem Einsatzleitwagen (ELW), baute die Dekontamination auf und stellte außerdem einen dritten Atemschutztrupp.

Als ersteintreffende Feuerwehr sicherten wir zunächst die Bevertalstraße ab und bauten die Wasserversorgung auf. Gleichzeitig ging unser erster Angriffstrupp unter Atemschutz unmittelbar zur Menschenrettung in das stark verrauchte Gebäude vor.
Und die Aufgabe hatte es in sich.
Drei Menschen aus dem verrauchten Gebäude gerettet
Mit dem Eintreffen der Sudershäuser Kameradinnen und Kameraden stand ein dritter Atemschutztrupp zur Verfügung. Damit konnte auch unser zweiter Bishäuser Trupp in das Gebäude vorgehen und nach weiteren vermissten Personen suchen.
Im Gebäude mussten mehrere vorbereitete Brandstellen gefunden und abgelöscht werden. Dies gelang zügig, sodass schon bald „Feuer aus“ gemeldet werden konnte.





Noch wichtiger war jedoch die Menschenrettung: Insgesamt mussten bei diesem Szenario drei Personen gerettet werden.
Der erste Angriffstrupp fand einen älteren Hausbewohner und brachte ihn mit Unterstützung einer Fluchthaube sicher aus dem verrauchten Gebäude. Eine weitere Person wurde auf einem Balkon an der Rückseite des Hauses entdeckt. Sie konnte von außen über eine Leiter durch unsere Kameradinnen und Kameraden gerettet werden.


Die dritte vermisste Person wurde bewusstlos durch den zweiten Atemschutztrupp im Gebäude aufgefunden. Gemeinsam mit dem dritten Trupp wurde sie in einem Tragetuch aus dem Haus gebracht.
Um 15:29 Uhr war auch diese Rettung abgeschlossen.
Damit waren alle vermissten Personen gefunden und aus dem Gefahrenbereich gebracht. Anschließend wurde das Gebäude entraucht.
Wichtige Erfahrungen für den Ernstfall
Auch die Dekontamination der eingesetzten Atemschutzgeräteträger gehörte zum Übungsszenario. Die Kräfte wurden gereinigt und beim Ablegen der möglicherweise kontaminierten Einsatzkleidung unterstützt. Damit konnten wir auch in diesem wichtigen Bereich wertvolle Erfahrungen für einen möglichen Ernstfall sammeln.



Bei der anschließenden gemeinsamen Nachbesprechung mit den Sudershäuser Kameraden fiel das Fazit ebenfalls positiv aus. Gleichzeitig zeigte sich genau das, wofür Übungen da sind: Verbesserungspotenzial zu erkennen.
So wurde beispielsweise deutlich, dass wir uns noch stärker mit den Möglichkeiten und Abläufen rund um unseren neuen Einsatzleitwagen (ELW) vertraut machen müssen. Einige Dinge hätten sich damit noch einfacher und strukturierter organisieren lassen – eine wichtige Erkenntnis für zukünftige Einsätze.


Nach der Ausbildung kam die Kameradschaft
Nach zwei fordernden Einsatzübungen war der aktive Teil des Tages schließlich beendet. Für uns Bishäuser ging es zurück zum Grillplatz – und dort durfte nun die Kameradschaftspflege in den Mittelpunkt rücken.
Es wurde gespielt, gemeinsam gelacht und unser Küchenchef sorgte mit leckerem Essen aus dem Dutch Oven für die passende Stärkung.


Später versammelten wir uns am Lagerfeuer. Bei vielen Geschichten und lustigen Anekdoten herrschte bis spät in die Nacht ausgelassene Stimmung. Übernachtet wurde direkt am Grillplatz.


Am nächsten Morgen starteten wir mit einem gemeinsamen Frühstück in den Tag. Anschließend wurde zusammen aufgeräumt und das Quartier zurückgebaut. Gegen Mittag endete schließlich unser gemeinsames Übungswochenende.
Danke an alle, die dieses Wochenende möglich gemacht haben!
Unser besonderer Dank gilt unseren befreundeten Kameradinnen und Kameraden aus Bühle und Sudershausen für ihre Teilnahme und die hervorragende Zusammenarbeit sowie unserem stellvertretenden Gemeindebrandmeister für seine Unterstützung.
Ein großes Dankeschön geht außerdem an Lukas Hampe für die tollen Fotos, an unseren Gruppenführer für die Planung und Vorbereitung der Übungen, an unseren „Chef de Cuisine“ für die Verpflegung und natürlich an alle Kameradinnen und Kameraden unserer Feuerwehr für ihre rege Teilnahme.
Zwei intensive Übungen, viele neue Erfahrungen, eine tolle Zusammenarbeit mit unseren Nachbarwehren und jede Menge Kameradschaft – kurz gesagt: Es war super!